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Gigantische „Leichenblume“ blüht in London

Sie ist riesig. Sie ist selten. Und sie stinkt bestialisch. In London blüht aktuell eine der spektakulärsten Pflanzen der Welt: die Titanenwurz. Ein Ereignis, das hunderte Besucher anlockt. Leichenblume ist ihr Spitzname wegen des Geruchs, den sie verströmt, wenn sie sich öffnet. Ein wirklich übler Gestank. Eine Mischung aus totem Fleisch oder verrottendem Material. Der Geruch hat Methode. Er soll Fleischfliegen zur Bestäubung anlocken. Doch für dieses Dufterlebnis braucht man Timing und viel Geduld. In diesem Stadium ist sie in nur vier Wochen über zwei Meter gewachsen. Letzte Nacht hat sie sich geöffnet und sie wird nur zwei Tage offen bleiben. Danach bricht die Pflanze komplett zusammen. 48 Stunden Zeit für ein Wunder, das sich nur alle paar Jahre zeigt. Für viele Gäste in den Kew Gardens ist es eine einmalige Chance. Ich erinnere mich, wie ich das als Siebenjährige im Fernsehen gesehen habe. Jetzt hatte ich die Chance und wusste, ich muss kommen. Ein Traum wird wahr. Wer die Blume sehen will, muss den Mief in Kauf nehmen. Doch die Meinungen über das Aroma gehen weit auseinander. Es ist nicht schlimm und ich habe einen ziemlich guten Geruchssinn. Nein, es macht mir nichts aus. Ich mag es. Während die eine es mag, erinnert es andere an weniger appetitliche Dinge. Ziemlich beeindruckend. Viel größer als gedacht. Wenn man einen Schwall erwischt, riecht es ein bisschen wie Hundeatem. Zwei Meter sechzig pure Naturkraft. In Rekordzeit gewachsen. Sobald die Blütezeit endet, bricht diese imposante Pracht in sich zusammen. Zurück bleibt ein vergängliches Spektakel, das man so schnell nicht wieder vergisst oder aus der Nase bekommt.
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