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Spannendes Streitgespräch über vier neue und wichtige Bücher mit Gästen wie Autoren und Regisseuren.


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Lesen mit Lukas Bärfuss

Nicola Steiner, Laura de Weck, Thomas Strässle und – als Gast – der Schriftsteller Lukas Bärfuss diskutieren über «Republik der Taubheit» von Ilya Kaminsky, «Zusammenkunft» von Natasha Brown, «In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.» von Gabriele Riedle und über «Die Geschmeidigen» von Nora Bossong. Was ist das für eine Generation, die um die 40 ist und nun die Führungsetagen in Politik, Wirtschaft und Kultur übernimmt? Die deutsche Schriftstellerin Nora Bossong nennt ihre eigene Generation «Die Geschmeidigen». Diese Jahrgänge zwischen 1975 und 1985 sind aufgewachsen mit dem Ende des Kalten Kriegs und dem Mauerfall. Vertraut sind sie weder mit grossen politischen Gegensätzen noch grossen Konflikten. Dafür gelten sie als konsenserprobt und kooperativ. Wie handeln sie nun, wo das Versprechen von Wohlstand, Frieden und Demokratie beschädigt ist – nicht erst seit dem Ukraine-Krieg? «Die Republik der Taubheit» von Ilya Kaminsky erzählt von einer belagerten Stadt, die sich nach dem Mord an einem Kind taub stellt. Es geht um Widerstand aus einer Welt der Stille – und es geht um die Position, die wir als Zuschauerinnen und Zuschauer einnehmen im Angesicht des Krieges. Das Buch ist bereits 2019 im Original erschienen. Aber wenn man es jetzt in der deutschen Übersetzung liest, dann verbinden sich die Bilder des Krieges in der Ukraine unwillkürlich mit denen des Textes. Die deutsche Kriegsreporterin Gabriele Riedle ist viele Jahre lang für Zeitschriften wie «Geo» in Krisengebiete wie Afghanistan und Libyen gereist. Leserinnen und Lesern, die hier in Frieden und Sicherheit leben, wollte sie die Welt der anderen näherzubringen. Ihr aktuelles Buch «In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg» ist als «eine Art Abenteuerroman» gekennzeichnet und speist sich aus ihren Erfahrungen im Krieg. Es ist ein Buch, das uns daran erinnert, wie komplex und vielschichtig die Welt ist und wie erzählender Journalismus funktioniert. «Zusammenkunft» von Natasha Brown wurde im letzten Jahr in Grossbritannien als bedeutendstes Debut des Jahres gefeiert. Eine junge schwarze Frau aus der Unterschicht arbeitet als Topmanagerin in einer Londoner Bank. Sie besitzt eine Eigentumswohnung in bester Lage und hat einen Freund aus privilegiertem Hause. Dennoch fühlt sie sich immer fehl am Platz. Die Erzählung vom Aufstieg durch Anpassung erweist sich immer mehr als trügerisch.

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Nicola Steiner, Usama Al Shahmani, Raoul Schrott und – als Gast – die Politstrategin Flavia Kleiner diskutieren über «Eine Frage der Chemie» von Bonnie Garmus, «Amur, grosser Fluss» von Leta Semadeni, «Lord Jim» von Joseph Conrad sowie über «Pornographie» von Witold Gombrowicz. Die kalifornische Autorin Bonnie Garmus erlebt mit ihrem Romandebut derzeit einen Welterfolg. Der unterhaltsame Roman, der bereits in 35 Sprachen übersetzt wurde, erzählt die Geschichte der brillanten Chemikerin Elisabeth Zott. Diese bleibt unter ihren Möglichkeiten – weil sie in den USA der 1950er-Jahre lebt, zur falschen Zeit für eine Frau mit Ambitionen. Kleingehalten von ihren männlichen Kollegen in der Wissenschaft, findet sie sich als Präsentatorin einer TV-Kochshow wieder. Da erklärt sie jeden Abend der versammelten Nation, dass Kochen Chemie ist – und damit Verwandlung. Die Bündner Autorin Leta Semadeni ist schon lange als Lyrikerin bekannt. Ihr erster Roman –«Tamangur» war in der Schweiz ein großer Erfolg. Nun ist mit «Amur, grosser Fluss» Semadenis zweiter Roman erschienen und knüpft an die Geschichte des Mädchens aus «Tamangur» an. In poetischen Schlaglichtern setzt Semadeni die Geschichte von Olgas grosser Liebe zusammen. Ihre Liebe zu einem Dokumentarfilmer, der ständig unterwegs ist. Es sind traumartige, surreale Szenen, die sich mit Liebe, Lebensglück und deren Vergänglichkeit befassen. «Lord Jim» ist neben «Herz der Finsternis» einer der grossen Klassiker des polnisch-britischen Schriftstellers Joseph Conrad. Das Buch ist ein Abenteuerroman und zugleich eine Parabel auf die Zerstörungswut des Kolonialismus. Conrad erzählt von Jim, einem jungen britischen Seemann, der Mannschaft und Passagiere im Stich lässt. Danach versucht er dieser Schmach zu entkommen und erreicht nach langen Reisen die Südseeinsel Patusan, wo er schliesslich von den Einheimischen als Friedensstifter «Lord Jim» verehrt wird. Der polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz gilt als einer der Grossen des 20. Jahrhunderts. Aktuell erscheint im Zürcher Kampa-Verlag sein Roman «Pornographie» aus dem Jahr 1960 neu. Der Titel legt eine falsche Spur: sexuelle oder eindeutige Szenen finden sich im Buch des Stilisten und Provokateurs nicht. Eher ist es eine erotische Schachpartie mit lebenden Figuren – eine tödlich endende Intrige, die Gombrowicz zur Zeit der deutschen Besatzung in Polen ansiedelt.

Von der Ukraine bis New Mexico: Neue Bücher von Wolf Haas, Sofi Oksanen, Percival Everett und Georgi Gospodinov kostenlos streamen | dailyme

Von der Ukraine bis New Mexico: Neue Bücher von Wolf Haas, Sofi Oksanen, Percival Everett und Georgi Gospodinov

Nicola Steiner, Martin Ebel, Daniela Strigl und – als Gast – der Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart diskutieren über «Müll» von Wolf Haas, «Hundepark» von Sofi Oksanen, «Erschütterung» von Percival Everett sowie «Zeitzuflucht» von Georgi Gospodinov. «Müll» von Wolf Haas führt auf einen Wertstoffhof, wo Leichenteile gefunden werden. Ein neuer Fall für die Kultfigur Simon Brenner, in dem es um gesellschaftliche Themen wie Organhandel geht. Seit über 25 Jahren schreibt der österreichische Schriftsteller Wolf Haas kunstvoll und komisch einen «Brenner»-Krimi nach dem anderen. Diese leben mehr von der Sprache des Autors als von der Krimihandlung – einige davon sind mit Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt worden. Sofi Oksanen behandelt in ihren Büchern die Frage, was Machtverhältnisse mit Menschenschicksalen anrichten. In ihrem aktuellen Roman «Hundepark» thematisiert sie Leihmutterschaft und Eizellspende als ausbeuterische Geschäfte in der Ukraine. Nebenbei zeichnet die Finnin Oksanen das Bild der postsowjetischen Ukraine als ein komplett zerrissenes Land, das von der permanenten Bedrohung durch russisches Militär geschwächt wird. Der US-Amerikaner Percival Everett hat über 30 Romane geschrieben. «Erschütterung» ist der erste, mit dem er im deutschsprachigen Roman grosse Aufmerksamkeit erfährt. Ein Paläontologe muss mit der tödlichen Demenzkrankheit seiner geliebten Tochter fertig werden. In knappen Szenen beschreibt Everett, wie der zynische Professor zu jemandem wird, der anderen Menschen hilft – weil er seiner Tochter nicht mehr helfen kann. Der Roman «Zeitzuflucht» des georgischen Schriftstellers Georgi Gospodinov nimmt eine Zürcher Klinik für Alzheimer-Patienten als Ausgangspunkt. Die Zimmer darin sind in verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts eingerichtet. Die Patienten kehren in ihre Kindheit und Jugend zurück – eine «Zeitzuflucht», deren wohltuende Wirkung bald auch Gesunde erfahren wollen. Gospodinov thematisiert Sehnsucht nach Vergangenheit als zwiespältiges Moment – in einem Roman, den man angesichts von Putins mit einem ganz anderen Blick lesen kann. Die Bücher der Sendung sind: – Wolf Haas: «Müll» (Hoffmann und Campe); – Sofi Oksanen: «Hundepark» (Kiepenheuer&Witsch); – Percival Everett: «Erschütterung» (Hanser); und – Georgi Gospodinov: «Zeitzuflucht» (Aufbau). Gast der Sendung ist der Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart.


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